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Fischereiinspektorat Die Felchen in den Berner Seen wurden in den letzten 35 Jahren kleiner, aber nicht weniger

25. Mai 2021 – Medienmitteilung; Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion

In den letzten 35 Jahren haben sich die Felchen im Brienzer-, Thuner- und Bielersee deutlich verändert: Ihr Wachstum hat sich verlangsamt und sie sind kleiner und schlanker geworden. Das zeigt die Auswertung von rund 30'000 Datensätzen über Felchen. Das langjährige Monitoring zeigt zudem, dass die Felchenfischerei nachhaltig ist.

Seit 1984 dokumentiert das Fischereiinspektorat Alter, Länge und Gewicht von mit dem Netz gefangenen Felchen aus den drei grossen Berner Seen. Es verfügt so über einmalige Daten zur Zusammensetzung des Felchenbestandes. Die Auswertung der Daten zeigt, dass die Berufsfischerinnen und -fischer auf den drei grossen Berner Seen ihre Netzfischerei auf Felchen seit über drei Jahrzehnten nachhaltig und ohne Überfischung der Bestände betreiben.

Deutlicher Rückgang der Felchenfänge im Brienzersee

Das Felchenmonitoring belegt aber auch, dass Veränderungen in den Ökosystemen deutliche Auswirkungen auf die Felchen haben. Besonders klar zeigt sich dies im Brienzersee. Dort haben sich die Felchenfänge in den letzten 35 Jahren aufgrund des Nährstoffrückgangs um über 90 Prozent verringert. So fehlten ab 1999 den Felchen die Wasserflöhe (Daphnien) als Nahrung, was zu einem starken Rückgang führte. Seit 2015 scheint das Nahrungsangebot aber wieder etwas besser zu sein: Die Felchen zeigen deshalb wieder ein etwas besseres Wachstum. Im Thunersee hingegen ist die Situation der Netzfischerei über die 35 Jahre hinweg trotz Nährstoffrückgang relativ stabil. Die Fänge schwanken zwischen 20 und 40 Tonnen pro Jahr. Die gefangenen Felchen sind etwas leichter und kleiner und gleichzeitig ist das Fangalter höher.

Felchen im Bielersee werden immer kleiner

Im Bielersee hat sich das Wachstum der Felchen ebenfalls stark verändert: Die Fische wurden kleiner und schlanker, gleichzeitig aber markant älter, obwohl die Maschenweiten mehrmals angepasst wurden. Die Ursachen waren der deutliche Nährstoffrückgang und möglicherweise auch die Klimaerwärmung. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse prüft das Fischereiinspektorat, ob die Schonbestimmungen für Felchen (Maschenweiten und Fangmindestmasse) im Bieler-und Thunersee in Zukunft angepasst werden müssen.

Der vollständige Bericht kann auf der Website des Fischereiinspektorats eingesehen werden.

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