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Regionalgefängnis Thun Neue Jugendabteilung in Betrieb

7. Juli 2021 – Medienmitteilung; Sicherheitsdirektion

Das Regionalgefängnis (RG) Thun hat am 1. Januar 2021 eine professionalisierte Jugendabteilung in Betrieb genommen. In der Abteilung werden alle im Kanton Bern in ein Gefängnis eingewiesenen Jugendlichen untergebracht.

Die Abteilung ist für acht, maximal 10 Jugendliche ausgelegt. In den ersten sechs Betriebsmonaten lag die durchschnittliche Belegung bei knapp acht Personen. Genutzt wurde die neue Einrichtung von 14 weiblichen und 49 männlichen Personen. 46 der eingewiesenen Personen waren unter 18 Jahre alt.

Besondere Bedürfnisse von Jugendlichen

Damit der Vulnerabilität von Jugendlichen im Gefängnis bestmöglich Rechnung getragen werden kann, werden diese von eigens dafür ausgebildetem Personal betreut. Die Infrastruktur ist ebenfalls entsprechend angepasst worden: Es steht eine grosse Küche zur Verfügung, die als Gemeinschaftsraum dient sowie zwei Mehrzweckräume für Arbeits- und Freizeitaktivitäten. Die eingewiesenen Jugendlichen haben täglich während acht Stunden die Möglichkeit, sich an Beschäftigungs- und Freizeitaktivtäten zu beteiligen. Täglich werden zwei Mahlzeiten gemeinsam eingenommen.

Insofern ist die Abteilung nicht vergleichbar mit den anderen Haftregimes im RG Thun. Zugleich ist die strikte Trennung der Jugendlichen von erwachsenen Eingewiesenen jederzeit sicherstellt. Bei der Einrichtung der neuen Abteilung ist darauf geachtet worden, dass die Empfehlungen der europäischen Strafvollzugsgrundsätze zur Unterbringung von eingewiesenen Jugendlichen eingehalten werden und sie eine auf ihre spezifischen Bedürfnisse ausgerichtete Betreuung vorfinden.

«Ein Aufenthalt im Gefängnis ist prägend, umso mehr in der Jugend. Mit der spezialisierten Jugendabteilung geben wir Gegensteuer, damit die Jugendlichen diese Zeit möglichst sinnvoll nutzen für ihre Zukunft», sagt Sicherheitsdirektor Philippe Müller.

Investition lohnt sich

Das Amt für Justizvollzug hat zur Einrichtung der neuen Abteilung und für die notwendigen betrieblichen Massnahmen einen Betrag von rund 300'000 Franken aufgewendet. Eine Investition, die sich für die Gesellschaft mit jedem Jugendlichen, der wieder Tritt fassen und sein Leben künftig straffrei gestalten kann, in ungleich höherem Masse lohnt.

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