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Hochwasser Hochwasserlage verschärft sich

14. Juli 2021 – Medienmitteilung; Staatskanzlei

Am Donnerstag und Freitag ist im Kanton Bern mit intensivem Dauerregen zu rechnen. Die Hochwassersituation im Kanton Bern verschärft sich dadurch in den kommenden Tagen. Die Seestände werden weiter steigen und voraussichtlich am Samstag ihre Maximalwerte erreichen.

Am Donnerstag und Freitag fallen am Alpennordhang und über dem Jura bis in die Nordwestschweiz erneut intensive Niederschläge mit 50-80 mm, lokal gewittrig durchsetzt bis 100 mm. Die Hochwasserlage verschärft sich in den kommenden Tagen. Die grossen Niederschlagsmengen bis am Freitag lassen die Flüsse auf der Alpennordseite wiederum markant ansteigen. Die maximalen Abflüsse an Aare bis zum Bielersee werden voraussichtlich am Freitag erreicht. Dies führt zu weiter steigenden Seeständen. Die Seen werden voraussichtlich erst am Samstag ihren maximalen Seestand erreichen.

Die Situation der Seen und der Aare im Einzelnen:

Brienzersee

Der Pegel ist aktuell 20 cm unter Hochwassergrenze. Er ist stabil.

Das Überschreiten der Hochwassergrenze wird ab Donnerstag erwartet. Grössenordnung der Überschreitung bis 25 cm (565.30 bis 565.55 müM) möglich.

Thunersee

Der Pegel ist aktuell knapp über der Hochwassergrenze. Er ist stabil.

Der Pegel wird weiter ansteigen mit Peak ab etwa Freitagabend oder später. Grössenordnung 558.55 – 70 müM möglich (also 25 – 40 cm über der Hochwassergrenze).

Bielersee

Der Pegel ist aktuell im Bereich der Hochwassergrenze. Er ist stabil.

Die Hochwassergrenze wird am Donnerstag überschritten. Der Zeitpunkt ist abhängig von den Zuflüssen und von den Zuflüssen zur Aare unterhalb des Bielersees (Emme etc.).

Das Maximum könnte etwa am Samstagvormittag erreicht werden. Geschätzt 430.60 bis 431.00 müM. (Grössenordnung Hochwasser 2005 bzw. 2007).

Aare Bern
Es ist von einem Abfluss von über 500 bis 560 m3/s auszugehen.

Aare-Hagneckkanal
Abfluss bis in die Grössenordnung HW 2005 möglich (1500 m3/s).

Aare Murgenthal
Trotz Drosselungen am Wehr Port ist es möglich, dass die Murgenthaler Bedingung nicht eingehalten werden kann.

Grosse Schwemmholzmenge in sämtlichen Fliessgewässern und Seen

Weiterhin stellt das Binden von Schwemmholz eine grosse Herausforderung für die Seepolizei der Kantonspolizei Bern dar, welche mit allen verfügbaren Mitarbeitenden im Einsatz steht. Die hohen Wasserstände und die grosse Menge an Holz in sämtlichen Fliessgewässern und Seen haben zur Folge, dass der Aufenthalt am Wasser mit hohen Risiken verbunden ist. In diesem Zusammenhang werden Bootsbesitzerinnen und -besitzer noch einmal daran erinnert, die Anbindevorrichtungen laufend zu kontrollieren und dem Wasserstand anzupassen.

Zivilschutz im Einsatz

Kantonsweit stehen derzeit sechs Zivilschutzorganisationen im Einsatz. Mit kleinen Detachementen übernehmen sie Informations- und Überwachungsaufgaben oder unterstützen die Feuerwehren. Weitere Organisationen bereiten sich auf mögliche Einsätze vor. Zusätzlich haben sechs kommunale und regionale Führungsorgane ihre Arbeit mit Teilstäben aufgenommen. Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Einsätze sicher bis Ende dieser Woche dauern werden.

Situation auf den Kantonsstrassen

(Stand 16 Uhr) Aufgrund der aktuellen Lage sind derzeit einzelne Strassenabschnitte auf Kantonsstrassen gesperrt oder eingeschränkt befahrbar. Nach wie vor gesperrt ist der Sustenpass ab Steingletscher wegen Steinschlaggefahr auf der Urner Seite des Passes. Die Sperrung erfolgte in Absprache mit dem Kanton Uri. Wegen einer teilweisen Senkung der Strasse zwischen Wattenwil und Burgistein im Gebiet Obere Enge ist nach wie vor die Kantonsstrasse auf einem kurzen Abschnitt nur einspurig befahrbar. Ausserdem ist nach wie vor die Kantonsstrasse zwischen Gunten und Merligen von 22:00 bis 12:00 Uhr gesperrt.

Hinweis

Weitere Informationen

Auf www.be.ch/hochwasser findet sich eine Übersicht der aktuellen Gefahrensituation sowie weitere Informationen zu Seepegelständen, Abfluss- und Niederschlagsmengen.

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