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Hochwasser Übersicht über die aktuelle Lage am 16.7.2021

16. Juli 2021 – Medienmitteilung; Staatskanzlei

Die Pegel von Brienzer-, Thuner- und Bielersee steigen weiter an. Die Seen werden vermutlich in der Nacht von Freitag auf Samstag ihren maximalen Stand erreichen. Die Bevölkerung wird dringend dazu aufgerufen, sich nicht in die vom Hochwasser betroffenen Gebiete zu begeben, Absperrungen zu beachten und Uferwege zu meiden.

Am Freitag ziehen noch einige Regenschauer von Nordosten her über die Alpennordseite hinweg. Die Häufigkeit und Intensität der Schauer- und Gewittertätigkeit lässt deutlich nach. Am Freitag fallen auf der Alpennordseite zwischen 1 und 10 mm Regen, stellenweise sind lokale starke Schauer oder Gewitter mit bis zu 30 mm zu erwarten. Die Seestände von Bielersee und Thunersee steigen aufgrund der weiterhin grossen Zuflüssen weiter an. Die Seen werden vermutlich in der Nacht von Freitag auf Samstag ihren maximalen Seestand erreichen.

Die Situation der Seen und der Aare im Einzelnen:

Brienzersee

Der Pegel liegt aktuell 10 cm unter der Hochwassergrenze. Er steigt aktuell leicht an. Es wird von einem maximalen Seestand im Bereich der Hochwassergrenze ausgegangen (565.27 - 565.40 m ü.M.).

Thunersee

Der Pegel liegt aktuell 40 cm über der Hochwassergrenze. Der Pegel wird weiter ansteigen und den Höchstwert vermutlich in der Nacht von Freitag auf Samstag erreichen. Grössenordnung bis 558.80 m ü.M. oder leicht darüber.

Bielersee

Der Pegel liegt aktuell 50 cm über der Hochwassergrenze. Der Pegel steigt aktuell leicht an.
Der Pegel wird weiter ansteigen und den Höchstwert vermutlich in der Nacht von Freitag auf Samstag erreichen. Grössenordnung 430.80 - 431.00 m ü.M.

Aare – Bern

Es ist von einem Abfluss um etwa 560 m3/s auszugehen, sofern sich keine heftigen Schauer über den Zuflüssen der Aare unterhalb von Thun (Zulg, Gürbe etc.) ereignen.

Aare – Hagneck

Es ist von einem Abfluss von ca. 900-1050 m3/s auszugehen.

Aare Aegerten (Ausfluss Bielersee)

Sofern es die hydrologische Situation zulässt, wird mit dem Regulierwehr in Port 650 m3/s aus dem Bielersee abgeleitet.

Aktuelle hydrologische Daten

Betroffene Gebiete meiden

Da die Hochwassersituation auch am Wochenende angespannt bleiben wird, werden Ferienreisende, Ausflüglerinnen und Ausflügler sowie Passantinnen und Passanten dringend aufgerufen, sich nicht in die betroffenen Gebiete zu begeben. Dies um die bereits beeinträchtigte Infrastruktur nicht zusätzlich zu belasten und die Rettungskräfte nicht zu behindern. An den Gewässern selbst gilt es, die Absperrungen zu beachten und Uferwege zu meiden. So sind derzeit viele Wege am Rande von Gewässern unterspült und deren Begehung ist mit wesentlichen Risiken verbunden. Schutz und Rettung Bern hat gestern zusätzlich mobile Hochwasserschutzsperren in den Bereichen Matte, Marzili und Dählhölzli aufgebaut und überwacht die Lage fortlaufend.

Die Regierungsstatthalterinnen und Regierungsstatthalter haben aus Sicherheitsgründen folgende Einschränkungen verfügt: Für den Bielersee, sowie den Nidau-Büren-Kanal, die Aare bis Solothurn und den Zihlkanal bis Neuenburgersee gilt bis auf Weiteres ein Verbot für alle Boote (inklusive Stand-Up-Paddling). Bis auf Weiteres verboten ist auch die Schifffahrt, das Baden, das Stand-Up-Paddling und dergleichen im Thunersee, im Wohlensee und in der Aare zwischen Thunersee und Bern. Die nach wie vor hohen Wasserstände sowie die hohe Fliessgeschwindigkeit sind mit grossen Risiken verbunden und es wird dringend von Aktivitäten auf und im Wasser abgeraten.

Grossangelegter Einsatz von Feuerwehren, Zivilschutz und Führungsorganen

Seit dem vergangenen Montag stehen mehrere Partnerorganisationen des Bevölkerungsschutzes im Dauereinsatz. Insgesamt waren rund 800 Alarmierungen im Bereich Unwetter und Elementarereignisse zu verzeichnen. Neben acht Zivilschutzorganisationen standen und stehen noch immer im ganzen Kanton über 100 Feuerwehren im Einsatz, was gut 70 Prozent aller Feuerwehren im Kanton Bern entspricht. Aktuell (Freitagmittag) setzen sich rund 250 Feuerwehr- und über 150 Zivilschutzangehörige sowie Mitglieder von sechs Regionalen Führungsorganen im Zusammenhang mit der Unwetter- und Hochwassersituation zugunsten der Bevölkerung des Kantons Bern ein. Ohne die Unterstützung dieser Milizorganisationen und das Engagement deren Angehörigen könnte die aktuelle Lage kaum bewältigt werden. Die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen erweist sich als eingespielt und die Koordination durch die Führungsorgane funktioniert gut.

Regierungsrat dankt den Einsatzkräften und der Bevölkerung

Der Regierungsrat bedankt sich für die grosse Arbeit, die im ganzen Kanton Bern geleistet wird, um die Hochwassersituation zu bewältigen. Dank des Einsatzes und der engen Zusammenarbeit verschiedener Organisationen der Gemeinden, der Städte und des Kantons können die Menschen im Kanton Bern bestmöglich vor den Folgen des Hochwassers geschützt und materielle Schäden begrenzt werden. Gleichzeitig zeigt sich der Regierungsrat beeindruckt von der Solidarität der betroffenen Bevölkerung in dieser angespannten Situation.

Situation auf den Kantonsstrassen

(Stand: 16.7.21, 14.30 Uhr) Aufgrund der aktuellen Lage sind einzelne Abschnitte von Kantonsstrassen gesperrt oder eingeschränkt befahrbar. Wieder offen ist die Strasse über den Sustenpass. Neu wegen Überflutung durch den Bielersee gesperrt ist die Kantonsstrasse Lüscherz – Vinelz. Eine Umfahrung ist signalisiert. Ebenfalls seit heute gesperrt ist die Umfahrungsstrasse von Kiesen in Richtung Jaberg. Grund ist hier ein Grundwassereinbruch. Eine Umfahrung über Kirchdorf ist signalisiert. Weiterhin nur einspurig befahrbar sind die Kantonsstrassen Wattenwil – Burgistein und Homberg – Teuffenthal. Die Kantonsstrasse zwischen Gunten und Merligen bleibt in den Nachtstunden (22 – 5.30 Uhr) gesperrt.

Hinweis

Weitere Informationen

Auf www.be.ch/hochwasser findet sich eine Übersicht der aktuellen Gefahrensituation sowie weitere Informationen zu Seepegelständen, Abfluss- und Niederschlagsmengen.

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