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Nationale Marktkampagne Dünger 2019/20 Dünger sind meist korrekt gekennzeichnet, doch jedes sechste Produkt enthält zu viel Cadmium

21. Juli 2021 – Medienmitteilung; Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion

Im Rahmen einer schweizweit koordinierten Kampagne wurden 50 mineralische Phosphordünger überprüft. Die Produktdeklarationen und die Inhaltsstoffe entsprachen weitgehend den rechtlichen Anforderungen. Lücken bestehen bei den administrativen Pflichten der Hersteller und Importeure. Jedes sechste Produkt musste wegen überschrittenen Cadmiumgrenzwerten für den Verkauf gesperrt werden.

Mineralische Phosphordünger können stark mit Schadstoffen wie Cadmium und Uran belastet sein. Das haben Überprüfungen in den Jahren 2004 und 2011/2012 gezeigt. 2019/20 wurde erneut eine Kampagne durchgeführt, nun liegen die Resultate vor.

In elf Kantonen wurden bei 25 Betrieben 50 mineralische Phosphordünger erhoben. Überprüft wurden die Kennzeichnung (Etikette), die Nährstoffgehalte und Phosphatlöslichkeiten, das Sicherheitsdatenblatt, die korrekte Meldung im Produkteregister (Meldepflicht), die Umsetzung der Selbstkontrolle und der Cadmiumgehalt. Zudem wurden die gesetzlich nicht geregelten Elemente Arsen, Blei, Quecksilber und Uran analysiert, um einen Überblick über weitere Schadstoffgehalte in mineralischen Phosphordüngern zu erhalten.

Eine Verbesserung gegenüber früher, Kontrollen sind weiterhin erforderlich

Die Anforderungen bezüglich der düngerrechtlichen Kennzeichnung sind mit wenigen Ausnahmen gut umgesetzt und die Nährstoffgehalte sowie die Phosphatlöslichkeiten stimmen mit den deklarierten Gehalten mehrheitlich überein. Die Cadmiumgehalte zeigten eine grosse Streuung. Jedes sechste Produkt überschritt den Grenzwert und wurde für den Verkauf gesperrt. Im Vergleich zur 2011/12 hat sich die Situation jedoch verbessert: Der Prozentsatz der beanstandeten Proben hat sich seither fast halbiert. Bei den Arsen-, Blei- und Quecksilbergehalten gab es keine Auffälligkeiten. Die aus früheren Untersuchungen bekannten hohen Uranwerte wurden bestätigt, für Uran gibt es jedoch keinen Grenzwert.

Die Kampagne zeigte weiter, dass die Hersteller und Importeure die chemikalienrechtlichen Pflichten betreffend Sicherheitsdatenblatt, Einstufung, Meldepflicht und Selbstkontrolle teilweise ungenügend wahrnehmen. Konsequente und regelmässige Düngerkontrollen sind weiterhin nötig.

Hinweis

Nationale Zusammenarbeit

Die Kampagne wurde zusammen mit den Chemikalienfachstellen der Kantone Basel-Landschaft und Zürich sowie mit Fachleuten des Bundes (Bundesamt für Gesundheit BAG, Bundesamt für Umwelt BAFU, Bundesamt für Landwirtschaft BLW) geplant und organisiert. Da im Kanton Bern am meisten schweizerische Düngerhersteller ansässig sind, erfolgte die Kampagnenleitung durch das Kantonale Laboratorium Bern.

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