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Coronavirus Mit der Impfung zurück zum Alltag

8. Oktober 2021 – Medienmitteilung; Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion

Die Anzahl der Corona-Kranken im Kanton Bern ist rückläufig. Die impfbare Bevölkerung ist zu über 70 Prozent mindestens einmal geimpft. Trotz der Ferienzeit werden täglich rund 1'300 Erstimpfungen verzeichnet. Von den 17 Personen auf den Intensivstationen der Berner Spitäler sind alle ungeimpft. In den Impfzentren Bern Insel und Thun werden ab Montag, 11. Oktober 2021, auch Impfungen mit dem neuen Impfstoff Janssen des Anbieters Johnson & Johnson verabreicht.

Die Corona-Situation im Kanton Bern ist momentan stabil. Die Zahl der Covid-Kranken ist rückläufig. Am Mittwoch (6.10.2021) waren insgesamt 45 Personen hospitalisiert, fünf weniger als vor einer Woche. 17 Patientinnen und Patienten liegen auf der Intensivstation, zwei mehr als eine Woche zuvor. Keine dieser Personen ist geimpft. Seit einem Monat weist die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) auf dem Zahlen-Monitor (www.be.ch/covid-kennzahlen) aus, wie hoch der Anteil geimpfter Personen in Spitalpflege ist. Diese Zahlen belegen klar, dass die Impfung sehr gut vor einem schweren Krankheitsverlauf schützt.

Impf-Offensive

Der Kanton Bern wird sich teilweise an der Impf-Offensive des Bundes beteiligen. In seiner Vernehmlassungsantwort betont er, dass bereits ein grosses Impfangebot entwickelt worden sei und dieses als Basis dienen müsse, falls neue Vorhaben lanciert werden sollen. Eine nationale Impfwoche betrachtet der Kanton als sinnvoll und plädiert auf eine Durchführung Anfang November, damit über die kommenden Weihnachtsfeiertage möglichst viele Menschen von einem Impfschutz profitieren können. Zudem seien niederschwellige Angebote für Junge auszubauen; auch ausserhalb der Schulen in einem geschützten vertraulichen Rahmen.

Der Kanton Bern hat mit mobilen Impfangeboten bereits grosse Erfahrung und sieht gute Einsatzmöglichkeiten für weitere mobile Impfteams. Es gilt aber zu berücksichtigen, dass es nicht zu einem Übermass an Informations- und Beratungsangeboten kommt, welche gegenteilig wahrgenommen werden könnten. Daher spricht sich der Kanton auch gegen den Vorschlag aus, individuelle Informationsangebote zu schaffen. Ebenso soll auf die Beratungsgutscheine verzichtet werden, denn diese Idee ist nicht praktikabel, administrativ aufwändig und schafft falsche Anreize und neue Ungleichheiten zu jenen Personen, die heute bereits geimpft sind. Es würde ein folgenreicher Präzedenzfall im Schweizerischen Gesundheitssystem geschaffen.

Die entsprechenden Mittel des Bundes könnten genutzt werden, um den Tarif für Ärzte, Apotheken und Gesundheitspersonal pro Impfung um 50 Franken zu erhöhen. Per 1. Oktober wurde die Vergütung des Bundes für die Ärzte und Ärztinnen nämlich reduziert. Der Kanton Bern ist der Ansicht, dass mit einer Erhöhung ein echter Anreiz für die Verstärkung der Impfaktivitäten und Fachberatungen geschaffen werden kann.

Impfungen mit weiterem Vakzin

GSI-Direktor Pierre Alain Schnegg betonte am Point de Presse, dass ab Ende November 2021 ein weiterer Rückgang bei den Impfungen zu erwarten ist. Alle Personen, die es wünschten, hatten bereits seit über einem halben Jahr die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Im Kanton rechne man noch mit bestenfalls 100'000 Personen, die eine gewisse Impfbereitschaft zeigen, aber noch zögern.

Mit der Verimpfung des Janssen-Impfstoffs von Johnson & Johnson ab Montag, 11. Oktober 2021, erwartet der Kanton noch einen gewissen Anstieg der Nachfrage durch diejenigen Personen, die auf einen Vektorimpfstoff angewiesen sind oder diesen bevorzugen. Der neue Impfstoff wird in den Impfzentren Bern Insel und Thun verabreicht. Eine Voranmeldung über das Impftool https://be.vacme.ch ist zwingend. Personen mit einem Attest eines Allergologen/einer Allergologin (Unverträglichkeit eines mRNA-Impfstoffs) haben ohne Anmeldung direkten Zugang bei den beiden Impfzentren. Der Janssen-Impfstoff ist ab 18 Jahren zugelassen und soll nicht an Schwangere verimpft werden.

Einschränkungen nur so lange wie nötig

Mit der zunehmenden Steigerung der Impfrate rücken weitere Öffnungsschritte näher. Viele Menschen haben sich gegen einen schweren Krankheitsverlauf einer Covid-19-Erkrankung geschützt. Die Freiheiten dieser Menschen einzuschränken, weil sich andere Personen nicht impfen lassen, wird bald nicht mehr möglich sein. Die Zertifikatspflicht im Inland sollte nur solange wie nötig bestehen bleiben. Erleichterungen bei Zusammenkünften und Anlässen wären weitere Möglichkeiten für Normalisierungsschritte. Personen, die sich nicht impfen lassen können oder wollen, sollen möglichst umfänglich am gesellschaftlichen Lebens teilhaben können, was weitere Herausforderungen darstellt.

Der Gesundheitsdirektor betonte, dass sich die Bevölkerung bewusst werden müsse, dass das Virus noch lange präsent sein werde. Jeder Mensch müsse sich selber vor einer Ansteckung schützen und die Vorschriften zur Hygiene, zum Abstandhalten, zum Lüften und Maskentragen weiterhin befolgen. Wichtigstes Ziel sei es, die Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Die vergangenen neun Monate – der Kanton Bern hat am 11. Januar angefangen zu impfen – hätten gezeigt, dass die Impfung das beste Mittel sei, dies zu erreichen. Eine Impfung sei der beste Schutz für jede einzelne Person, aber auch für die Gesellschaft, um zur Normalität zurückzufinden.

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