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Luftreinhaltung Ozonbelastung sinkt dank verregnetem Sommer – Grenzwert wurde trotzdem mehrmals überschritten

14. Oktober 2021 – Medienmitteilung; Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion

Im Sommer 2021 gab es im Kanton Bern weniger Sonnenstunden und Hitzetage als in den Vorjahren. Dies und die zahlreichen Niederschlagsperioden reduzierten die Ozonbelastung erheblich. Trotz diesen beiden Effekten wurden die Grenzwerte für Ozon an zahlreichen Messstationen mehrmals überschritten. Die Massnahmen, mit welchen die Belastungen reduziert werden sollen, müssen somit weitergeführt werden.

Der Ozon-Grenzwert wurde in diesem Sommer trotz tieferer Belastung als in den Vorjahren je nach Standort bis zu 110 Mal überschritten. Der Maximalwert lag bei ca. 150 Mikrogramm pro Kubikmeter. Zum Vergleich: Im Sommer 2020 wurde der Stundenmittelwert bis zu 170 Mal überschritten und der Maximalwert lag bei ca. 160 Mikrogramm pro Kubikmeter. Wird der Schwellenwert von 180 Mikrogramm erreicht, verstärken die Behörden die Information der Bevölkerung. Das war im Sommer 2021 nicht der Fall. Die Luftreinhalte-Verordnung der Schweiz sieht für Ozon einen Immissionsgrenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter als Stundenmittelwert vor. Dieser Grenzwert dürfte pro Jahr nur einmal überschritten werden.

Warum die Ozonbelastung im Sommer ansteigt

Unter intensiver Sonneneinstrahlung bildet sich Ozon durch die photochemische Reaktion aus Stickstoffdioxiden und sogenannt flüchtigen organischen Verbindungen. Diese Luftschadstoffe entstehen zum Beispiel im Strassenverkehr oder beim Gebrauch von Lösungsmitteln. Die Ozonbelastung spiegelt deshalb vor allem auch die meteorologischen Rahmenbedingungen wieder und zeigt einen typischen Jahresverlauf. Eine starke Sonneneinstrahlung und stabile Luftmassen über mehrere Tage begünstigen die Bildung von Ozon. Die Werte können sich deshalb von Jahr zu Jahr stark unterscheiden.

Negative Wirkungen auf Mensch und Umwelt

Ozon kann beim Menschen die Schleimhaut der Atemwege reizen, Druck auf der Brust verursachen und die Leistungsfähigkeit der Lunge vermindern. Bei den Pflanzen wirkt Ozon als Zellgift, vermindert die Fotosynthese-Leistung und damit das Wachstum der Pflanzen. Nach Kohlendioxid und Methan trägt auch Ozon zur Klimaerwärmung bei. Die weltweite Ozonbelastung bleibt deshalb problematisch und die Bemühungen, die Ozonbelastung zu reduzieren, müssen fortgesetzt werden. Der Kanton Bern setzt die vorsorglichen Massnahmen in der Luftreinhalte-Verordnung zur Begrenzung der Luftschadstoff-Emissionen um. Der Kanton Bern reduziert zusammen mit dem Bund mit verschiedenen Massnahmen im Strassenverkehr und in Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft die Immissionen von den für die Ozonbildung verantwortlichen Stoffen. Zudem kann auch jeder und jede Einzelne mit dem eigenen Verhalten zu besserer Luft beitragen.

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