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Künftig vier Waldabteilungen auf dem gesamten Kantonsgebiet Zeitgemässe Organisation für den kantonalen Forstdienst

26. Februar 2014 – Medienmitteilung; Volkswirtschaftsdirektion

Das Amt für Wald des Kantons Bern (KAWA) wird neu organisiert. Die bestehenden acht Waldabteilungen werden neu in vier Abteilungen zusammengefasst. Diese werden sich auf die Besonderheiten der Naturräume Alpen, Voralpen, Mittelland und Berner Jura spezialisieren. Zusammen mit den bewährten Forstrevieren werden die Waldabteilungen weiterhin eine starke regionale Verankerung des Forstdienstes gewährleisten.

Die schweizerische Waldwirtschaft hat sich in den vergangenen 20 Jahren tiefgreifend verändert. Waldbehörden sind heute zunehmend mit Fragen der Raum-, Klima-, Umwelt- und Energiepolitik konfrontiert. Der Wald ist Holzlieferant, erfüllt wichtige Schutzfunktionen und ist Ort der Erholung. Um diesen komplexen Anforderungen gerecht zu werden und im Rahmen eines Wechsels an der Spitze des Amts für Wald (KAWA) hatte Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher Ende 2012 den Auftrag erteilt, die Organisation des Amts grundsätzlich zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.

Vier Waldabteilungen mit spezialisierten Teams

Kernstück der nun beschlossenen Reorganisation, die auf Mitte 2015 umgesetzt wird, sind die vier neuen Waldabteilungen «Alpen», «Voralpen», «Mittelland» und «Berner Jura». Mit der Gliederung nach Naturräumen würden die Waldabteilungen gestärkt, so Roger Schmidt, Vorsteher des Amts für Wald. Es werden grössere Teams gebildet, die sich fachlich und regional spezialisieren. Diese Teams bearbeiten die forstlichen Fragen der Region und sind verantwortlich für eine einheitliche Umsetzung. Das Amt wird mit weniger Abteilungen und einer neu zu bildenden Geschäftsleitung besser gerüstet sein, die komplexen Aufgaben zu bewältigen. «Ich bin überzeugt, dass der kantonale Forstdienst mit dieser Reorganisation eine zeitgemässe und effiziente Struktur erhält. Und das ist im Interesse der Berner Wälder», sagt Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher.

Neu vier statt acht Standorte für die Waldabteilungen

Als Standorte für die vier künftigen Waldabteilungen sind Wimmis (Alpen) und Tavannes (Berner Jura) vorgesehen sowie voraussichtlich Münsingen (Voralpen) und Zollikofen (Mittelland). Voraussichtlich werden ca. 20 Mitarbeitende im Rahmen der Reorganisation ihren Arbeitsort wechseln; zusätzlich ergeben sich Veränderungen bei der Bürosituation von 10 Revierförstern. Zwei Vollzeitstellen werden eingespart. Die Umsetzungskosten für das KAWA belaufen sich auf maximal 500‘000 Franken. Diesen Kosten stehen jährliche Einsparungen beim Amt von rund 250‘000 Franken gegenüber. Aufgrund von Vorabklärungen sollen primär die vorhandenen Räumlichkeiten verdichtet werden, um die Kosten der räumlichen Umsetzung möglichst gering zu halten. Eine detaillierte Abschätzung der räumlichen Auswirkungen und deren Kosten sind für die Umsetzungsphase vorgesehen.

Nicht von der Reorganisation betroffen sind die Forstreviere. Die Revierförster werden auch künftig vor Ort den Waldzustand überwachen und die Waldeigentümer und -bewirtschafter beraten.

Vielfältig Herausforderungen

Das Amt für Wald wird sich weiterhin auf seine beiden Hauptaufgabenfelder Walderhaltung und Waldwirtschaft konzentrieren. In diesen Themenbereichen stellen sich dem Forstdienst eine Reihe von Herausforderungen, die in enger Zusammenarbeit mit den weiteren Akteuren – den Waldeigentümerinnen und -eigentümern, der Holzwirtschaft, der Bevölkerung und dem Bund – anzugehen sind:

  • Die Waldbewirtschaftung: Die wirtschaftliche Situation hat sich insgesamt verschlechtert. Die Waldbesitzer sehen sich mit steigenden Produktionskosten und insgesamt rückläufigen globalen Holzpreisen konfrontiert. Gemeinsam mit den Akteuren der Waldwirtschaft sind daher neue Modelle zu einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung zu entwickeln.
  • Die steigenden Ansprüche: Der Wald erfüllt wichtige Schutzfunktionen, er liefert Nutz- und Energieholz, spielt eine wichtige Rolle im Naturschutz und für die Biodiversität und er wird zunehmend auch als Freizeit- und Erholungsraum genutzt. Der Koordinationsbedarf steigt.
  • Die Risiken, die sich aus dem Klimawandel ergeben: Mehr als zwei Drittel des Berner Waldes schützen vor Naturgefahren. Doch viele Schutzwälder sind überaltert, es besteht ein Pflegerückstand. Das Risiko von Sturmschäden erhöht sich. Mit dem Klimawandel steigt die Dringlichkeit, die Schutzwälder zu verjüngen.

Zahlen und Fakten zum Zustand des Berner Waldes finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2013  www.be.ch/wald

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