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Informationsanlass zum Stand der Arbeiten beim ehemaligen Munitionslager in Mitholz Merkblatt, Alarmierungs-App und einspurige Notumfahrung

5. Dezember 2018 – Medienmitteilung; des Kantons Bern und der Gemeinde Kandergrund

Empfehlungen zum Verhalten bei einer Explosion und einer angeordneten Evakuierung sowie zu den Vorbereitungsmassnahmen auf ein Ereignis: Diese Themen standen im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung für die Bevölkerung in Mitholz, zu welcher der Gemeinderat Kandergrund eingeladen hat. Zudem stellten Vertreterinnen und Vertreter des Bundes, des Kantons und der Region den aktuellen Stand aller Arbeiten vor, die im Zusammenhang mit dem ehemaligen Munitionslager stehen.

Am 28. Juni 2018 stellte Bundesrat Guy Parmelin der Bevölkerung von Mitholz in der Gemeinde Kandergrund einen Zwischenbericht zum ehemaligen Munitionslager vor. Eine Expertengruppe, kam darin zum Schluss, dass im Munitionslager ein höheres Risiko für eine weitere Explosion bestehe als bisher angenommen wurde. Laut den Experten besteht jedoch keine Notwendigkeit, Sofortmassnahmen für die lokale Bevölkerung zu ergreifen. Sowohl auf Bundes-, Kantons- wie auch Regionsebene wurden rasch Arbeitsgruppen gebildet, die Massnahmen zur Senkung des Risikos für die Bevölkerung  vorzubereiten hatten. Über den aktuellen Stand all dieser Arbeiten ist die Bevölkerung von Mitholz nun informiert worden.

Merkblatt mit Empfehlungen zum Verhalten

Den Bewohnerinnen und Bewohnern des betroffenen Gebietes wurde ein Merkblatt präsentiert, das Empfehlungen zum richtigen Verhalten bei einer Explosion oder einer angeordneten Evakuierung enthält. Dabei wird der Bevölkerung unter anderem empfohlen, einen Keller vorzubereiten, in dem sich alle Bewohnerinnen und Bewohner des Gebäudes mindestens einen Tag lang aufhalten können. Zudem sollen die Anwohner auf ihrem Smartphone die Alertswiss-App installieren. Ebenfalls vorgestellt wurde das Evakuierungskonzept mit einer Registrierungsstelle, bei der sich alle Bewohnerinnen und Bewohner beim Verlassen des Gebietes melden müssen.

Umsetzung der Überwachungsmassnahmen

Das VBS informierte, dass mit Hanspeter Aellig ein vollamtlicher Projektleiter eingesetzt wird, der zusammen mit einem Team bis Mitte 2020 Varianten erarbeitet, welche das vom ehemaligen Munitionslager Mitholz ausgehende Risiko beseitigen, resp. nachhaltig senken. Weiter wurde der Stand der Überwachungsmassnahmen aufgezeigt. Momentan werden die geologischen Aussensensoren installiert. Innerhalb der Anlage sind Tests mit Kameras durchgeführt worden, und die Installation der Video- und Wärmebildkameras ist in der Umsetzung. Ebenso werden ausserhalb der Anlage ein bis zwei Videokameras aufgebaut. Ab Januar wird ein System installiert, um austretende Gase zu messen. Bis Ende Februar sollten alle Systeme in Betrieb sein. Gleichzeitig wird eine Expertengruppe gebildet, welche die aufgezeichneten Daten auswertet, da es noch keinerlei Vergleichswerte gibt. Damit im Falle von Veränderungen entsprechende Massnahmen eingeleitet werden können, muss zuerst der «Null»-Wert bekannt sein. Dazu wird das Überwachungssystem in einer ersten Phase während einer gewissen Zeit kalibriert.

Einspurige Notumfahrungsstrasse

An der Informationsveranstaltung wurden weitere Konzepte vorgestellt, die insbesondere die Infrastruktur der Region betreffen. So plant der kantonale Oberingenieurkreis Oberland den Ausbau eines bestehenden Flurwegs links der Kander, über welchen das Schadengebiet in einem Ereignisfall umfahren werden könnte. Dafür würde der Abschnitt zwischen Teufematti und Underem Büehl asphaltiert und nach Möglichkeit für 28 Tonnen schwere Fahrzeuge auf eine Breite von mindestens 3 Meter ausgebaut werden. Der Flurweg wäre dann einspurig befahrbar; der Verkehr würde mittels Lichtsignalanlage geregelt. Die behelfsmässige Umfahrungsstrasse könnte während wenigen Wochen betrieben werden und nur der Erschliessung von Kandersteg dienen. Sie könnte auch von Kleinbussen als Bahnersatz zwischen Frutigen und Kandersteg befahren werden.

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