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Störung von Wildtieren Hundehalterinnen und Hundehalter sind im Frühling und Sommer besonders gefordert

1. Mai 2019 – Medienmitteilung; Volkswirtschaftsdirektion

Im Frühling sind Wildtiere besonders empfindlich auf Störungen. Das Jagdinspektorat und die Kommission für Jagd und Wildtierschutz KJW machen darauf aufmerksam, dass in der Brutzeit der Vögel sowie während der Geburtszeit der übrigen Wildtiere bis in den Sommer Hundehalterinnen und Hundehalter besonders achtsam sein müssen, damit ihre Hunde nicht unkontrolliert unterwegs sind. Störungen können die Fortpflanzung und die Bestände von Wildpopulationen gefährden.

Vom Frühling bis in den Sommer sind Wildtiere abseits von Wegen besonders empfindlich auf Störungen und Gefährdungen durch unkontrollierte Hunde. Fast ausnahmslos alle Wildtiere sind in dieser Zeit in Weiden, Hecken und Dickichten mit der Brut und der Aufzucht ihrer Nachkommen beschäftigt. Vögel, insbesondere Bodenbrüter, und Säugetiere wie junge Feldhasen, Rehkitze, junge Füchse und Dachse sind in dieser Zeit besonders verletzlich. Alle Hunde besitzen einen natürlichen, angeborenen Jagdtrieb, dieser ist lediglich unterschiedlich ausgeprägt, unterbunden oder gefördert. Ungenügend beaufsichtigt, werden Hunde bei optischen, akustischen oder geschmacklichen Reizen neugierig und folgen ihrem Jagdtrieb.

Hunde unter Kontrolle haben

Wildtiere werden speziell durch streunende, unkontrollierte Hunde, vergleichbar mit natürlichen Feinden wie Fuchs, Luchs, Wolf, gestresst und oft auch getötet. Brütende Vögel oder mit der Aufzucht beschäftigte Säugetiere werden dabei vertrieben und verdrängt. Diese lassen in der Folge ihre Gelege respektive Jungtiere zurück. Dies kann die Populationen in ihrem Bestand langfristig gefährden. Im Extremfall werden Wildtiere zu Tode gehetzt respektive getötet. Im Jahr 2018 wurden 83 solcher Fälle gemeldet und 26 Hundehalter wurden angezeigt. Dies sind nur die bekannt gewordenen Fälle, die Dunkelziffer dürfte höher liegen.

Verhaltensregeln und Leinepflicht unbedingt beachten

Für die Sicherheit von Mensch und Umwelt ist es entscheidend, dass Hunde jederzeit und wirksam unter Kontrolle gehalten werden und die Verhaltensregeln, Gebote und Leinenpflicht (wo verordnet) eingehalten werden. In Gebieten ohne Leinepflicht kann es sinnvoll sein, Hunde aufgrund der empfindlichen Wildtiere trotzdem an der Leine zu führen.

Das Hundegesetz des Kanton Bern schreibt an folgenden Orten eine Leinepflicht vor: auf Schulanlagen, öffentlichen Spiel- und Sportplätzen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Bahnhöfen und Haltestellen, auf Weiden mit Nutztieren, im Naturschutzgebiet oder an von Gemeinden bezeichneten Orten. Naturschutzgebiete sind im Kanton immer mit speziellen Hinweis- oder Informationstafeln gekennzeichnet.

 

Hinweis

Aus dem Hundegesetz des Kantons Bern:

Aufsicht und Kontrolle

  • Hunde sind so zu halten, dass sie Menschen und Tiere nicht belästigen oder gefährden.
  • Hunde dürfen im öffentlichen Raum nicht unbeaufsichtigt sein.
  • Hunde sind jederzeit wirksam unter Kontrolle zu halten.

Leine und Maulkorb

  • Leinenpflicht herrscht auf Schulanlagen, öffentlichen Spiel- und Sportplätzen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Bahnhöfen und Haltestellen, beim Betreten von Weiden, auf denen sich Nutztiere befinden.
  • Hunde müssen einen Maulkorb tragen, wenn  sie bissig sind oder auf Anordnung im Einzelfall.

Ausführen von mehreren Hunden

  • Mehr als drei Hunde, die älter sind als vier Monate, dürfen nicht gleichzeitig ausgeführt werden. Ausnahmen sind in der Verordnung über den Tierschutz und die Hunde geregelt.

Schutz von Landschaft und Umwelt

  • Hundekot ist vom Hundehalter zu beseitigen. Uneinsichtige können unmittelbar mit einer Ordnungsbusse belegt werden.

Alle Informationen finden Sie auch online auf www.be.ch/hund

 

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