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Schuljahresbeginn Mit Präsenzunterricht und gezielten Schutzmassnahmen ins neue Schuljahr

7. August 2020 – Medienmitteilung; Bildungs- und Kulturdirektion

Die Volksschule und die Schulen der Sekundarstufe II starten mit Präsenzunterricht ins neue Schuljahr. Dabei werden sie die Hygienevorschriften wegen Covid-19 strikt befolgen. Auf der Sekundarstufe II werden die Jugendlichen Masken tragen, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann. Grundsätzlich positiv ist die Bilanz zum Fernunterricht während des Lockdowns. Die Schulen waren für den Einsatz von digitalen Medien gut gerüstet. Der Fernunterricht stellt aber hohe Anforderungen an alle Beteiligten und kann den Präsenzunterricht nicht ersetzen.

Am kommenden Montag beginnt im Kanton Bern das Schuljahr 2020/21. Sowohl die Volksschule als auch die Sekundarstufe II starten mit Präsenzunterricht ins neue Schuljahr. Allerdings bleibt die Entwicklung unsicher. Welche Schutzmassnahmen notwendig sind, entscheidet das Kantonsarztamt.

Volksschule: Hygieneregeln haben weiterhin höchste Priorität

An den Volksschulen müssen die Hygienevorschriften auch im neuen Schuljahr strikt befolgt werden. Der Abstand von 1,5 Metern ist nach Möglichkeit einzuhalten. Schülerinnen und Schüler mit Krankheitssymptomen bleiben zu Hause. Klassenlager, Schulreisen und Exkursionen können mit einem Schutzkonzept wieder durchgeführt werden. Mit Präsenzlisten muss das Contact Tracing sichergestellt sein. Dabei ist die Nutzung des öffentlichen Verkehrs während der Stosszeiten aber möglichst zu vermeiden.

Sekundarstufe II: Bei fehlender Distanz Masken tragen

An der Sekundarstufe II findet der Unterricht mit konstanter und kontrollierter Sitzordnung im Klassenverband oder den üblichen Lerngruppen statt. Wenn der Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann, kann auf zusätzliche Schutzmassnahmen verzichtet werden. Ansonsten kommen in erster Linie Masken zum Einsatz. Alternativ können auch Trennwände Verwendung finden. Unterrichtsbeginn und -schluss sowie Klassenpausen erfolgen soweit möglich gestaffelt. Die Zirkulation im Schulhaus wird möglichst klein gehalten. Zudem gelten weiterhin die allgemeinen Hygienemassnahmen. Die Bildungs- und Kulturdirektion (BKD) empfiehlt zudem, dass die Jugendlichen wie auch die Lehrkräfte die Covid-App einsetzen.

Die Bildungs- und Kulturdirektion hat in Absprache mit dem Kantonsarztamt die Schulen aller Stufen am 5. August über die Massnahmen informiert. Die Massnahmen waren den Schulen der Sekundarstufe II bereits bekannt, es handelt sich um die Massnahmen, welche durch eine breit zusammengesetzte Arbeitsgruppe – bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Gewerkschaften und Schulleitungen der Berufsfachschulen und Gymnasien – bereits vor den Sommerferien erarbeitet und kommuniziert wurden. Im Volksschulbereich werden die Massnahmen bereits seit dem 11. Mai so an den Schulen umgesetzt und können weitergeführt werden.

Fernunterricht hat gut funktioniert, kann den Präsenzunterricht aber nicht ersetzen

Am Freitag, 13. März verbot der Bundesrat wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Präsenzunterricht auf alle Bildungsstufen. Für die BKD stand während dieser ganzen Zeit immer im Zentrum, dass sich der fehlende Präsenzunterricht nicht negativ auf den weiteren Bildungsweg der Kinder und Jugendlichen auswirken darf. Gemeinsam mit Schulleitungen, Lehrpersonen den Schulinspektoraten und den Leitenden der Erziehungsberatungsstellen hielt die BKD nach dem Lockdown Rückschau auf den Fernunterricht der Volksschule.

Diese Bilanz ist grundsätzlich positiv. Die Schulleitungen und Lehrpersonen haben grosse Anstrengungen unternommen, den Schülerinnen, Schülern und deren Eltern zweckmässige Kommunikationskanäle wie digitale Austauschplattformen oder temporäre Websites einzurichten. Hilfreich war dabei, dass die Gemeinden und die Schulen in den letzten Jahren sehr viel in die Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie in die Infrastruktur und Datennetze investierten und die Digitalisierung an vielen Schulen weit fortgeschritten ist. Zeitintensiv war für die Lehrkräfte das Zusammenstellen von sinnvollen, schülergerechten Auftragspaketen. Der Fernunterricht bot aber auch die Gelegenheit, bei den Kindern Entwicklungen anzustossen, die ihre Selbstständigkeit förderten.

Der Fernunterricht hat grundsätzlich gut funktioniert. Er kann aber nicht alles leisten. Die persönlichen und sozialen Kontakte und die Pflege der Gemeinschaft kann er nicht ersetzen. Die Volksschule ist und bleibt eine Präsenzschule, der Lehrberuf ein Beziehungsberuf, der von engagierten und kompetenten Menschen ausgeführt wird.

Zu einer ähnlichen Erkenntnis kommen auch die Schulleitungen, Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schüler oder Lernende der Sekundarstufe II. Fernunterricht ist möglich, aber er kann den Präsenzunterricht nicht ersetzen. Es zeigte sich, dass der Fernunterricht hohe Anforderungen an die Selbstorganisation der Lernenden stellt, welche nicht alle erfüllen können. Zudem ist eine Übersicht über die Präsenz und die Lernfortschritte der Schülerinnen und Schüler oder der Lernenden schwieriger. Rückmeldungen aus der Wirtschaft zeigen, dass Covid-19 den Schulabgängerinnen und Schulabgängern die Lehrstellensuche erschwert und die Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger Schwierigkeiten haben, den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden.

Für diejenigen, welche nach wie vor keine Lehrstelle gefunden haben, ist es noch nicht zu spät. Der Kanton führt Ende August in Bern und Biel eine Lehrstellenbörse durch, wo kurzfristig noch Lehrverhältnisse abgeschlossen werden können. Zudem wurde die Frist für den Abschluss der Lehrverträge auf Oktober verlängert.

Hinweis

Schuljahresbeginn 2020/21: Weiterhin steigende Schülerzahlen
Die Gesamtzahl der Kinder und Jugendlichen an den öffentlichen Kindergärten und Volksschulen des Kantons Bern ist im neuen Schuljahr wieder etwas höher als im vergangenen. Es dürften rund 107’800 Schülerinnen und Schüler sein (Schuljahr 2019/20 105‘900). Diese verteilen sich auf 458 Schulen mit insgesamt 1‘146 Schulstandorten.

Die Geburtenzahlen im Kanton Bern sind während der letzten Jahre gestiegen. In den Jahren 2000 bis 2009 lag die durchschnittliche Geburtenrate bei 8'770 Kindern. In den letzten fünf Jahren liegt diese bei 10’019 Kindern. Dadurch wird in den nächsten Jahren die Zahl der Schülerinnen und Schüler an der Volksschule kontinuierlich zunehmen, weil die geburtenschwächeren Jahrgänge aus der Schule kommen.

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