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Coronavirus: Aufruf des Regierungspräsidiums an die Berner Bevölkerung Jetzt dringend persönliche Kontakte einschränken

8. November 2020 – Medienmitteilung; Regierungsrat

Der Regierungsrat beobachtet die immer noch hohen Corona-Fallzahlen im Kanton Bern mit Sorge. Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg und Regierungsvizepräsidentin Beatrice Simon appellierten heute Sonntag in einem Video an die Bevölkerung, sich an die Massnahmen zu halten und ihre persönlichen Kontakte jetzt möglichst einzuschränken. Je nach Entwicklung der Pandemie wird der Regierungsrat bis spätestens am 20. November darüber entscheiden, ob er die bis am 23. November 2020 befristeten Einschränkungen lockern kann respektive beibehalten oder sogar verschärfen muss.

Vor gut zwei Wochen hat der Regierungsrat umfassende Massnahmen beschlossen, um die Übertragung der Corona-Infektionen zu minimieren. Unter anderem wurden Bars, Museen und Kinos geschlossen und Restriktionen im Amateur-Sport-Bereich eingeführt. Die für den Kanton Bern geltenden Bestimmungen blieben auch gültig, als der Bundesrat am 28. Oktober schweizweit geltende Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie beschloss, soweit sie über die vom Bundesrat festgelegten Minimalstandards hinausgehen. So dürfen beispielweise im Kanton Bern nur 15 Personen an einer öffentlichen Veranstaltung teilnehmen, währenddem der Bundesrat 50 Personen erlauben würde.

Der Regierungsrat hat die rigiden Massnahmen zur Verhinderung der Überlastung der Spitäler und des gesamten Gesundheitswesens vergleichsweise früh ergriffen. Er ist überzeugt, dass die exponentielle Ausbreitung nur gestoppt werden kann, indem die Bevölkerung ihre Kontakte auf ein Minimum reduziert. Auf die Schliessung von Geschäften und Restaurants sowie der Schulen hat der Regierungsrat aber bisher bewusst verzichtet.

601 neue Coronafälle

Die Regierung beobachtet die Entwicklung der Fallzahlen seit in Kraft treten der Massnahmen am 24. Oktober genau. Nach einer Verdoppelung der Coronafallzahlen über mehrere Wochen hat sich der Anstieg in den letzten Tagen leicht abgeflacht. Doch die Zahlen bleiben weiterhin besorgniserregend hoch. Am Donnerstag verzeichnete der Kanton Bern mit 978 neu Infizierten sogar einen Höchststand. Heute Sonntag sind es 601 neue Coronafälle. Sieben Menschen sind in den letzten 24 Stunden an den Folgen von Corona gestorben. 

Das Virus ist an diversen Orten sehr aktiv. So sind derzeit etwa 40 der 296 Alters- und Pflegeheime im Kanton Bern von Coronafällen betroffen. In den Berner Spitälern liegen heute Sonntag 376 Covid-19-Patientinnen und -patienten. Davon lagen bei der Erhebung von Freitag 306 auf der normalen Bettenstation und 50 auf der Intensivstation. 36 Personen müssen beatmet werden; das heisst, annähernd 50 Prozent der Beatmungsplätze sind mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten belegt.

Diese Zahlen bereiten der Regierung Sorge. Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg und Regierungsvizepräsidentin Beatrice Simon rufen die Bevölkerung in einem Video dringend dazu auf, sich an die Massnahmen zu halten, um damit Kontakte zu anderen Menschen auf ein Minimum zu beschränken.

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