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Abgestürzte Dakota vom Gauligletscher Konzept für die Aufbewahrung und Präsentation der Funde

3. Dezember 2012 – Medienmitteilung; Bildungs- und Kulturdirektion

Die Gemeinde Innertkirchen wird ein Konzept erarbeiten, wo und wie die Funde der vor 66 Jahren abgestürzten Militärmaschine auf dem Gauligletscher aufbewahrt und präsentiert werden sollen. Dies ergab ein Treffen, an dem sich unter anderem Vertreterinnen und Vertreter des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern, der Gemeinde Innertkirchen, der Luftwaffe und des Flugplatzes Meiringen beteiligten.

Der Dakota-Propeller im Eis des Gauli-Gletschers. (Quelle: ADB)

Bild vergrössern Der Dakota-Propeller im Eis des Gauli-Gletschers. (Quelle: ADB)

Am 19. November 1946 stürzte am Gauligletscher in der Gemeinde Innertkirchen eine amerikanische Militärmaschine ab. Die Passagiere der Dakota C-53 wurden in einer dramatischen Rettungsaktion geborgen. Das Wrack selber sowie viele der abgeworfenen Rettungsgüter blieben im Gelände liegen, versanken allmählich im Schnee. Der Gletscher transportierte die Gegenstände mit den Eismassen mit und gibt sie nun nach 66 Jahren Aufenthalt im Eis nach und nach wieder frei. Gemäss dem Denkmalpflegegesetz des Kantons Bern gehören grundsätzlich alle zutage tretenden Funde dem Kanton, ob es nun der prähistorische Pfeilbogen des Zeitgenossen von Oetzi auf dem Schnidejoch oder der Propeller der Dakota ist. Das gilt gemäss dem Schweizerischen Zivilgesetzbuch für alle Funde.

Diskussion über die Zukunft der Funde

Nachdem im vergangenen August einige Relikte des Absturzes geborgen wurden, hat ein Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern des Archäologischen Dienstes, der Gemeinde Innertkirchen, der Schweizerischen Luftwaffe und Flughafens Meiringen stattgefunden. An den Gesprächen beteiligten sich auch die Schweizerische Stiftung Museum und Historisches Material der Luftwaffe in Dübendorf, das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern, das Alimentarium (Musée de l’alimentation) Vevey sowie das Alpine Museum der Schweiz in Bern. Es wurden Ideen ausgetauscht und Konzepte angedacht, was mit den in naher Zukunft zu erwartenden weiteren Funden geschehen soll. Es zeigte sich, dass das Interesse an der Überlieferung dieser geschichtlichen Zeugen sehr hoch ist. Zwar sind die Gegenstände relativ jung. Mit ihnen ist aber eine Geschichte verbunden, die ein grosses internationales Echo auslöste und weit über die Region des Berner Oberlandes hinaus Bedeutung erlangte.

Konzept für die Aufbewahrung und Präsentation

Die Gemeinde Innertkirchen wird nun im Verlaufe des Winters unter Einbezug weiterer Kreise ein Konzept für die Aufbewahrung und Präsentation der heutigen und zukünftigen Funde erarbeiten. Der Flughafen Meiringen hat sich bereit erklärt, neue oder bereits vorhandene Funde, die derzeit in privatem Besitz sind, provisorisch zwischenzulagern. Auch die Bevölkerung ist zur Mitwirkung am Konzept eingeladen. Von privaten Bergungsaktionen ist jedoch nicht bloss aus gesetzlichen Gründen abzuraten; das Gebiet des Gauligletschers gilt auch unter Kennern als gefährlich und soll nur in Begleitung ausgewiesener Bergführer begangen werden.

Mediendokumentation

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