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Kunstwettbewerb Öffentliche Ausstellung von vier Kunstwerkprojekten zur Würdigung von Charles-Albert Gobat

30. Juni 2020 – Medienmitteilung; Staatskanzlei

Charles-Albert Gobat, Friedensnobelpreisträger und ehemaliger Regierungsrat, wird mit einem Kunstwerk der Fotografin und Installationskünstlerin Esther van der Bie gewürdigt. Ihr Projekt und auch die von drei weiteren Künstlerinnen und Künstlern, die eingeladen worden waren, an einem von der Staatskanzlei und dem Amt für Kultur durchgeführten Wettbewerb teilzunehmen, werden bis am 4. Juli im Rathaus in Bern öffentlich ausgestellt.

Ein Kunstwerk von Esther van der Bie zu Ehren von Friedensnobelpreisträger Charles-Albert Gobat wird ab 2021 den Innenraum des Rathauses zieren. Die von Christoph Auer, Staatsschreiber des Kantons Bern, präsidierte und u. a. aus Vertreterinnen und Vertretern der kantonalen Kunstkommission des Amts für Kultur zusammengesetzte Fachjury war einhellig von der ausdruckstarken, sinnreichen und feinfühligen Arbeit der Künstlerin bezaubert. Das Kunstwerk – ein Ergebnis der Reflexion der Künstlerin über den Frieden und die friedensstiftenden Mittel – besteht aus vier dreischichtigen Glasplatten, auf die Fotos von Händen aufgedruckt sind. Die drei Schichten, worunter eine offensichtlich zerbrochen und wieder zusammengeklebt ist, verleihen dem Werk auch optisch eine bewegende Tiefe.

Insgesamt wurden vier Künstlerinnen und Künstler mit Bezug zum Berner Jura, zum Kanton Jura oder zur Stadt Biel eingeladen, einen Entwurf für ein Werk einzureichen, das direkt oder indirekt an das Leben und Wirken von Charles-Albert Gobat erinnert. Bei den vier Kunstschaffenden handelt es sich um Esther van der Bie, Claire Liengme, Augustin Rebetez und Boris Rebetez.

Ihre Werke werden vom 2. bis 4. Juli 2020 im Berner Rathaus ausgestellt (siehe Kasten). Das Siegerprojekt wird nun realisiert. Die Vernissage wird Anfang 2021 unter anderem in Anwesenheit von Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg, Grossratsvizepräsident und Gemeindeschreiber von Tramelan Hervé Gullotti, Vertreterinnen und Vertretern der Gobat-Stiftung sowie zahlreichen Gäste stattfinden.

Mit diesem Wettbewerb wird die Motion «Ehre für den Berner Friedensnobelpreisträger Charles-Albert Gobat: Sein Wirken im Berner Rathaus sichtbar machen» umgesetzt, die der Grosse Rat 2018 als Postulat überwiesen hatte. Die Motion forderte den Regierungsrat auf, das Wirken und die Bedeutung des Berner Friedensnobelpreisträgers und Politikers Charles-Albert Gobat im Parlamentsgebäude des Kantons Bern auf geeignete Art und Weise sichtbar zu machen. Der Regierungsrat erachtete es als gute Idee, Albert Gobat im Berner Rathaus für das Publikum sichtbar zu machen. Das Kunstwerk wird im Bereich über der Treppe, die von der Rathaushalle zum Grossratssaal führt, installiert. Besucherinnen und Besucher des Rathauses können dieses Kunstwerk während Rathausführungen, Sessionen des Grossen Rates, Sitzungen des Berner Stadtrates, Sessionen der Synode der reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn oder während der Museumsnacht entdecken und betrachten.

Hinweis

Praktische Informationen

Das Rathaus in Bern öffnet seine Pforten, um der Öffentlichkeit die vier Werkentwürfe zu präsentieren, die im Zuge des Wettbewerbs eingereicht wurden. Die Ausstellung findet in der Rathaushalle statt: am Donnerstag, 2. Juli, von 13.30 bis 21.00 Uhr, am Freitag, 3. Juli, von 13.30 bis 17.00 Uhr, und am Samstag, 4. Juli, von 10.00 bis 15.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Hinweis

Charles-Albert Gobat (1843-1914)

Charles-Albert Gobat, in Tramelan geboren und im Jahr 1902 zusammen mit dem Genfer Elie Ducommun Friedensnobelpreisträger, war Gründungsmitglied und erster Generalsekretär der Interparlamentarischen Union für den Frieden – einer internationalen Vereinigung von Parlamenten, mit dem Ziel, den Frieden zu sichern, die Menschenrechte zu wahren und das Demokratieverständnis in allen Teilen der Welt zu fördern. Während Jahrzehnten setzte Gobat mit Hilfe seiner Tochter Marguerite einen grossen Teil seiner Energie für den Pazifismus ein und kämpfte namentlich für die Schiedsgerichtsidee und die Abrüstung. 1904, anlässlich eines Empfangs im Weissen Haus, machte er bei Präsident Theodore Roosevelt einen entsprechenden Vorstoss. Besonders am Herzen lag ihm die Versöhnung zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich, wie seine letztlich erfolglosen Bemühungen um die Lösung der Elsass-Lothringen-Frage zeigten.
Nach dem Tod von Elie Ducommun 1906 übernahm Charles-Albert Gobat im damaligen Zentrum der Friedensbewegung, Bern, die Leitung des Internationalen Ständigen Friedensbüros, das 1910 den Friedensnobelpreis erhielt.
Charles-Albert Gobat startete seine politische Karriere 1882 als freisinniger Berner Grossrat. 1882-1912 amtierte er auch als Regierungsrat, wobei er bis 1906 die Erziehungsdirektion, dann die Direktion des Inneren führte. Auf eidgenössischer Ebene politisierte er 1884-1890 im Ständerat und von 1890 bis zu seinem Tod 1914, kurz vor Ausbruch des 1. Weltkriegs, im Nationalrat.
(Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz)

Mediendokumentation

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