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Schützens- und erhaltenswerte Bauten im Kanton Bern Überarbeitung des Bauinventars ist auf gutem Kurs

23. Februar 2021 – Medienmitteilung; Bildungs- und Kulturdirektion

Wichtiger Meilenstein bei der Revision des Bauinventars erreicht: Ende 2020 hat die kantonale Denkmalpflege die Überprüfung der rund 25'000 erhaltenswerten Bauten im Kanton Bern abgeschlossen. Rund 43 Prozent davon sollen aus dem Inventar entlassen werden. Damit erfüllt die Denkmalpflege die Vorgabe des revidierten Baugesetzes, wonach die Anzahl Baudenkmäler im Kanton Bern nicht mehr als sieben Prozent des Gesamtgebäudebestands umfassen darf. Nun folgt noch die rechtliche Umsetzung. Bis Ende 2023 soll die Revision des Bauinventars abgeschlossen sein.

Im Juni 2016 legte der Grosse Rat bei der Revision des Baugesetzes eine Obergrenze für schützens- und erhaltenswerte Bauten fest. Demnach dürfen die im Bauinventar verzeichneten Baudenkmäler nicht mehr als sieben Prozent des Gesamtgebäudebestandes des Kantons Bern umfassen. Um diese Vorgabe umzusetzen, überarbeitet die Denkmalpflege seit 2016 das Bauinventar und reduziert die darin verzeichneten Baudenkmäler und Baugruppen. Im Rahmen dieser Überprüfung hat die Denkmalpflege Objekte nach gleichartigen Baugattungen, Regionen und Baujahren zusammengefasst und auf der Grundlage von wissenschaftlichen Kriterien miteinander verglichen.

Rund 11'000 Inventarobjekte entlassen

Insgesamt hat die kantonale Denkmalpflege knapp 2’000 Baugruppen und rund 25'000 bisher als erhaltenswert eingestufte Inventarobjekte überprüft. Bei rund 11’000 dieser Bauten ist eine Entlassung aus dem Inventar vorgesehen. Zwar leistet die Denkmalpflege bei diesen Objekten zukünftig keine Bauberatung und Baubegleitung mehr, sie ist aber weiterhin eine wichtige Partnerin für Fragen der Baukultur. Von den insgesamt rund 2’000 Baugruppen verbleibt etwa die Hälfte unverändert im Inventar, ein Viertel wurde verändert, ein Viertel ersatzlos aufgelöst.

Die Revision umfasst neben der Reduktion der Objekte auch die Nachführung des Bauinventars. Dazu hat die Denkmalpflege zwischen 1960 und 1990 errichtete Bauten überprüft und herausragende Objekte ins Inventar aufgenommen. Auch für die Neuaufnahmen galt der nun strengere Massstab. 

Voraussichtlich fristgerechter Abschluss

Nach dem Abschluss der Überprüfung der Objekte erfolgt nun die rechtliche Umsetzung. Dazu gehört die Stellungnahme durch die Gemeinden, die öffentliche Einsichtnahme und die Verfügung mit Beschwerdefrist. Für die Baugruppen konnte dieser Prozess in den meisten Gemeinden bereits abgeschlossen werden. Im Berner Jura und 29 Gemeinden mit meist älteren Inventaren ist auch die rechtliche Umsetzung der Objekte bereits fortgeschritten. Dabei hat die Denkmalpflege insbesondere darauf geachtet, neben den Gemeinden auch die verschiedenen Interessengruppen wie Gemeindeverbände oder Heimatschutz einzubeziehen. Die gesammelten Erfahrungen werden bei der rechtlichen Umsetzung in den verbleibenden rund 260 Gemeinden einfliessen. Das Gesamtprojekt zur Überarbeitung des Bauinventars geht nun in die Schlussphase und kann voraussichtlich termingerecht bis Ende 2023 abgeschlossen werden.

Mit der Revision des Bauinventars erfüllt die kantonale Denkmalpflege einerseits den Auftrag des Grossen Rates. Andererseits wird das Bauinventar aber auch konsolidiert. In Zusammenarbeit mit Gemeinden, Bauherrschaften und Fachleuten leistet die Denkmalpflege auch weiterhin einen wichtigen Beitrag, um das baukulturelle Erbe des Kantons zu pflegen und zu erhalten.

Mediendokumentation

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