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Ausbau des Bahnhofs Bern Ein wichtiger Meilenstein ist erreicht

18. Dezember 2012 – Medienmitteilung; Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Das Gesamtkonzept für den Ausbau des Bahnhofs Bern ist nun komplett. Der Variantenentscheid für den Ausbau des RBS-Bahnhofs ist gefallen. In einem ersten Schritt soll unter den Gleisanlagen der SBB bis 2025 ein neuer RBS-Tiefbahnhof gebaut werden. Auf diesen abgestimmt, erstellt die SBB im selben Zeitraum eine zweite Personenunterführung mit einem zusätzlichen Hauptzugang beim Bubenbergzentrum.

Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer zeigte sich an einer Medienkonferenz am Dienstag (18.12.2012) im Bern froh darüber, dass mit dem unter allen beteiligten Partnern breit abgestützten Variantenentscheid für den RBS-Bahnhof ein weiterer wichtiger Meilenstein beim Ausbau des Bahnhofs Bern erreicht wurde. Der Ausbau des zweitgrössten Bahnhofs der Schweiz ist nicht nur für den Kanton Bern, sondern für das ganze Land von zentraler Bedeutung.

Ein neuer Tiefbahnhof für den RBS bis 2025

Der neue viergleisige RBS-Tiefbahnhof wird unterhalb der Gleise 2 bis 7 des heutigen SBB-Bahnhofs zu liegen kommen. Er besteht aus zwei grossen Räumen mit je zwei Gleisen und einem zwölf Meter breiten Mittelperron. Der neue Bahnhof liegt rund 17 Meter unterhalb der SBB-Passage. Der Zugang zum Fern- und S-Bahnverkehr sowie zur Stadt ist mit Rolltreppen und Liften gewährleistet. Die Züge erreichen den neuen RBS-Bahnhof durch einen 700 Meter langen Tunnel, der aus dem bestehenden Schanzentunnel der RBS abzweigt. Nach der Realisierung des Tiefbahnhofs wird der heutige RBS-Bahnhof für neue Nutzungen zur Verfügung stehen. 

Neue Passage und ein zusätzlicher Bahnhofszugang

Im selben Zeitraum will die SBB ihre Publikumsanlagen ausbauen. Herzstück dieser SBB-seitigen Ausbauten ist die neue Westpassage, erklärte Philippe Gauderon, Leiter SBB-Infrastruktur. Die grosszügige Personenunterführung verbindet die heutige Perronhalle mit dem RBS-Tiefbahnhof. Mit ihr erhält der Bahnhof Bern zudem beim Bubenbergzentrum einen zweiten Hauptzugang bei der öV-Drehscheibe Hirschengraben. Das entlastet die bisherigen Zugänge und den Bahnhofplatz. Auch in der Perronhalle plant die SBB Verbesserungen: Die Perrons werden wo immer möglich erhöht und die Perronhallenwand auf der Seite Burgerspital wird geöffnet, so dass Tageslicht in die Halle gelangt. 

Die beste Lösung für alle Partner

Die Variante «Tiefbahnhof» schneidet gegenüber der andern geprüften Variante, einer seitlichen Erweiterung des bestehenden RBS-Bahnhofs, in sämtlichen Punkten besser ab, hielt RBS-Direktor Fabian Schmid fest. Sie ist die beste und vernünftigste Lösung zur Beseitigung der Kapazitätsprobleme des RBS. Zusammen mit dem Ausbau der Publikumsanlagen und dem neuen Bahnhofszugang ist diese Lösung auch für die Stadt Bern optimal, wie Gemeinderätin Regula Rytz betonte. 

Zweiter Ausbauschritt ab 2025 im SBB-Bahnhof

In einem zweiten Ausbauschritt plant die SBB im Zeithorizont 2025 bis 2035 den heutigen Normalspurbahnhof unterhalb der Grossen Schanze um vier Gleise erweitern. Die bauliche Machbarkeit dieser Lösung wurde in einer Studie nachgewiesen. Die Erweiterung des Normalspurbahnhofs ist für die nachfragegerechte Weiterentwicklung der S-Bahn unerlässlich, wie BLS-Direktor Bernard Guillelmon betont. Als langfristige Option ab 2050 besteht zudem die Möglichkeit, den Lorraine-Viadukt von vier auf sechs Gleise zu erweitern – sofern das Zugsangebot im Bahnhof Bern über den Viertelstundentakt hinaus verdichtet wird. 

Baubeginn ab 2016

Mit dem Bau des neuen RBS-Tiefbahnhofs und der SBB-Publikumsanlagen soll ab 2016 begonnen werden. Die dazu notwendigen Projektierungsarbeiten werden von den Bauherren SBB und RBS weiter vorangetrieben. Die Baukosten sind heute erst in groben Zügen bekannt: Für den RBS-Bahnhof werden sie auf rund 522 Millionen Franken veranschlagt. Die Kosten der ersten Ausbauetappe der SBB (Westpassage, Zugang Bubenberg, Verbesserungen Perronhalle) sollen rund 345 Millionen Franken betragen. Die via Leistungsvereinbarung mit dem Bund finanzierten Kosten für die Perronerhöhungen belaufen sich auf 21 Millionen Franken. Finanziert wird der Bahnhofsausbau durch die Transportunternehmungen, den Kanton Bern und den Bund.

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