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21. November 2025
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Medienmitteilung der Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion
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Dynamisches Gleichgewicht zwischen Wald und Wild stärken

Der Kanton Bern will die Grundlagen für zukunftsfähige Wälder sichern. Dafür ist ein ausgewogenes Zusammenspiel zwischen Wald, Wildtieren und Mensch nötig. Dies ist im Kanton Bern nicht mehr überall gegeben. Mit der Strategie Wald-Wild-Lebensraum zeigt der Kanton auf, wie eine vielfältige, klimaangepasste Waldverjüngung sichergestellt werden kann, die auch geeigneten Lebensraum für Wildtiere bietet.

Im Kanton Bern ist das Gleichgewicht zwischen Wald und Wild an vielen Orten gestört. Das zeigt das Wildeinflussgutachten, welches das Amt für Wald und Naturgefahren alle zwei Jahre erstellt. In mehreren Regionen können sich junge Bäume nicht mehr von selbst durchsetzen. Der Druck von Reh, Gämse und Rothirsch auf den Wald ist zu gross. Besonders die Bestände der Rothirsche sind regional zu stark angewachsen. Es besteht Handlungsbedarf.

Einigkeit besteht im Ziel: Gesunde, klimaangepasste Wälder und naturnahe Wildtierbestände sowie gute Lebensraumqualität. Wie der Wildeinfluss wirksam reduziert werden kann: Darüber gehen die Meinung in der Öffentlichkeit zuweilen weit auseinander. 

Vier Handlungsfelder

Mit der Strategie Wald-Wild-Lebensraum haben das Amt für Wald und Naturgefahren und das Jagdinspektorat das Thema zusammen mit den Beteiligten – Jagd, Waldbesitzende, Naturschutz und Landwirtschaft – aufgenommen und Ziele und Massnahmen definiert. Im Zentrum stehen vier Handlungsfelder.

  • Jagd: Die Wildbestände werden gezielt reguliert. Grundlage ist eine neu organisierte Jagdplanung. Entscheidend ist, dass mehr weibliche Tiere erlegt und die Jagdziele konsequent erreicht werden.
  • Waldbewirtschaftung: Die Bewirtschaftung ist naturnah und auf natürliche Verjüngung ausgerichtet, sofern die waldbaulichen Ziele erreicht werden können. Da es keine Bewirtschaftungspflicht gibt, setzt der Kanton auf Anreize und Beratung für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer.
  • Wildschadenverhütung: Damit der Wald nachwachsen kann, brauchen Wildtiere genügend Raum und Ruhe. Aufgewertete Waldränder, Vernetzungselemente im Offenland und Wildruhezonen helfen dabei. In stark belasteten Gebieten werden junge Bäume zusätzlich geschützt.
  • Kommunikation: Alle Beteiligten entwickeln ein gemeinsames Verständnis der Wald-Wild-Problematik, einigen sich auf Massnahmen und setzen diese gemeinsam um.

Ambitioniertes Ziel bis 2040

«Mit der Strategie Wald-Wild-Lebensraum setzen wir uns ambitionierte Ziele, die wir nur erreichen können, wenn alle Beteiligten gemeinsam handeln», sagt Christoph Ammann, Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektor. «Wir werden den Fortschritt überprüfen. Die Indikatoren dafür sind die Ergebnisse des Wildeinflussgutachtens und die Entwicklung der Bestände von Rothirsch, Gämse und Reh.»

Die Ergebnisse werden alle zwei Jahre im Rahmen des Wildeinflussgutachtens überprüft. Bis 2040 sollen die Ziele erreicht sein.

Von der Motion Riem zur Strategie Wald-Wild-Lebensraum

In der Sommersession 2023 überwies der Grosse Rat eine Motion von Bernhard Riem (Iffwil, Die Mitte), die eine Wald-Wild-Lebensraum-Strategie verlangte. Sie sollte aufzeigen, wie der Kanton eine natürliche Waldverjüngung mit standortgerechten, klimaangepassten Baumarten sicherstellt und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Ämtern und Organisationen verbessert.

Mit der nun vorliegenden Strategie liegt die Antwort auf diese Motion vor – und eine Grundlage für die Zukunft der Berner Wälder.

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