Seit mehreren Jahren erarbeitet die Bildungs- und Kulturdirektion (BKD) gemeinsam mit dem Verband Bernischer Gemeinden (VBG), Bildung Bern, dem Verband Schulleitungen Bern (VSLBE) sowie den Pädagogischen Hochschulen im Kanton Bern laufend Verbesserungen und Massnahmen zur Personalgewinnung und -erhaltung. Auf das Schuljahr 2025/26 hin konnten die unbefristeten Stellen besetzt werden. «Die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern ermöglicht es, laufend und situationsgerecht neue Massnahmen zur Stärkung der Schulen zu entwickeln, und sie zeigt Wirkung», so Bildungs- und Kulturdirektorin Christine Häsler. VBG-Präsident Daniel Bichsel sagt: «Dass Kanton, Gemeinden und Berufsverbände nicht immer aus dem gleichen Blickwinkel auf die Schule schauen, bereichert die Diskussion, wenn es darum geht, gute Lösungen zu finden. Letztlich wollen wir alle dasselbe: Gute Schulen für unsere Kinder und Jugendlichen.» Und für Pino Mangiarratti, Präsident von Bildung Bern, ist klar: «Gute Bildung ist das Fundament von Kompetenz, Demokratie, Innovation, Partizipation, Orientierung und Zusammenhalt.»
Mehr Ressourcen für Klassenlehrpersonen und Schulleitungen
Bereits seit einem Jahr erhalten die Klassenlehrpersonen eine Funktionszulage von 300 Franken pro Monat und fünf Stellenprozente für ihre Aufgaben. Auf dieses Schuljahr hin folgt eine vergleichbare Massnahme für die Schulleitungen der Volksschulen. Sie erhalten dank einer zeitgemässen Anpassung des Berechnungsschlüssels mehr Anstellungsprozente. Damit stehen ihnen deutlich mehr Ressourcen zur Verfügung, um ihre vielfältigen und wichtigen Aufgaben zu erfüllen. «Jede Krise, so auch der Fachkräftemangel, erfordert ein Umdenken in der Zusammenarbeit und eine Neugestaltung der Schule als Ganzes. Der Fachkräftemangel hat dazu geführt, dass alle Beteiligten enger und besser denn je zusammenarbeiten. Laufend werden Ideen entwickelt und umgesetzt», sagt VSLBE-Co-Präsident Niels Lang
Als nächsten Schritt plant die BKD gemeinsam mit den Verbänden, die Schulsekretariate der Volksschule zu stärken. Diese unterstützen die Schulleitungen massgeblich bei administrativen Aufgaben und übernehmen eine wichtige Funktion, um den reibungslosen Schulbetrieb sicherzustellen.
Zahlreiche neue und ausgebaute PH-Angebote
Die Aus- und Weiterbildungen an der PHBern sowie am PH-Institut NMS Bern werden laufend angepasst und weiterentwickelt. Gemäss einer aktuellen Umfrage der PHBern bei ihren Studierenden arbeiten 72 Prozent parallel zu ihrem Studium an einer Schule. Sie leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Stärkung der Schulen und sammeln Erfahrungen für ihre Tätigkeit als Lehrperson. Vor und während der Ausbildung steht die Studienberatung für die Planung eines berufsbegleitenden Studiums zur Verfügung.
In diesem Sommer hat das Sommercamp für Unterrichtende ohne Lehrdiplom an der PHBern ein weiteres Mal stattgefunden. Die Sommercamps stiessen in den vergangenen Jahren auf eine hohe Nachfrage – ebenso wie der 2024 lancierte CAS «Unterrichten mit ausländischem Lehrdiplom». Bisher haben 42 Personen dieses Weiterbildungsangebot absolviert. Das Interesse daran bleibt hoch. Derzeit laufen bei der PHBern die Vorbereitungen für die dritte Durchführung.
Das PH-Institut NMS Bern hat die Anzahl der Plätze für den Jahreskurs für Unterrichtende ohne Lehrdiplom ausgebaut und bietet neu ein begleitendes Coaching für die Quereinsteigenden an. Die HEP Bejune stellt in Zusammenarbeit mit dem Kanton Studierende des dritten Jahres für Vertretungen und Co-Teaching in Schulen zur Verfügung. Dieses Angebot wird von den Schulen der frankophonen Gebiete des Kantons sehr geschätzt.
Plattform mit gebündelten Unterstützungsangeboten
Mit der Website «Toolbox Fachpersonenmangel» der BKD und der PHBern finden Schulen, die mit dem Fachkräftemangel konfrontiert sind, eine zentrale Plattform mit vielen Angeboten. Informationen zu gezielt entwickelten Weiterbildungen, individuellen Beratungen, praxisnahen Unterrichtsmaterialien sowie finanziellen Entlastungsmöglichkeiten sollen es Schulen ermöglichen, Herausforderungen aktiv anzugehen und den Schulalltag nachhaltig zu gestalten.
Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler ist leicht gestiegen
Die Gesamtzahl der Kinder und Jugendlichen an den öffentlichen Kindergärten und Volksschulen (Regelschule und besonderes Volksschulangebot) des Kantons Bern ist im neuen Schuljahr etwas höher als im vergangenen Jahr. Es dürften rund 116 500 Schülerinnen und Schüler sein (Schuljahr 2024/25: 115 357).
Rund 112 700 Schülerinnen und Schüler besuchen die Regelschule, davon rund 9400 im französischsprachigen Kantonsteil. Diese verteilen sich auf 444 Schulen mit insgesamt 1089 Schulstandorten. Von den 112 700 Schülerinnen und Schülern beginnen rund 7900 ihre Volksschulzeit im Kindergarten und rund 1970 in der Basisstufe. Rund 9000 Schülerinnen und Schüler werden die erste Klasse besuchen.
In den besonderen Volksschulen des Kantons Bern werden circa 4000 Schülerinnen und Schüler in rund 80 Trägerschaften mit 116 Standorten unterrichtet.
Bereits umgesetzte Massnahmen zur Stärkung der Schulen
- Anhebung der Gehaltsklasse für das Lehrpersonal auf der Primarstufe
- Mentorate beim Berufs- und Wiedereinstieg
- Klassenlehrpersonen erhalten eine Funktionszulage von 300 Franken und fünf Stellenprozente
- Schulleitungen der Volksschule erhalten deutlich mehr Ressourcen für ihre Tätigkeiten
- Klassenhilfen-Einsätze auf allen Stufen der obligatorischen Schule möglich
- Laufende Optimierung der PH-Angebote für Teilzeitstudierende
- Plattform für Studierende, die sich für kurzfristige Stellvertretungen interessieren
- Viele PH-Studierende mit Pensen als Lehrpersonen
- Jahreskurs für Unterrichtende ohne Lehrdiplom am PH-Institut der NMS Bern
- Einführung eines berufsbegleitenden Studiengangs für Primarstufenlehrpersonen
- Kurse für wiedereinsteigende Lehrpersonen
- Das Amt für Kindergarten, Volksschule und Beratung und die Schulinspektorate unterstützen Schulen gezielt auch bei der Eindämmung des Fachkräftemangels
- Die digitale Stellenvermittlungsplattform wurde an die aktuellen Bedürfnisse der Schulen angepasst
- Stellenmessen für Schulen, Wieder- und Quereinsteigende, Studierende und Lehrpersonen mit ausländischem Lehrdiplom