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02. September 2025
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Gemeinsame Medienmitteilung des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements und der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern
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Besuch von Bundesrat Beat Jans und Berner Regierungsräten im Ausbildungszentrum Bellelay

Am 2. September 2025 besuchte Bundesrat Beat Jans zusammen mit der Berner Regierungsrätin Christine Häsler und den Regierungsräten Christoph Ammann und Pierre Alain Schnegg das Ausbildungszentrum für Personen aus dem Asylwesen in der ehemaligen Abtei Bellelay. Dieses Zentrum ist ähnlich organisiert wie ein Internat, das intensiv Sprachkenntnisse vermittelt und den Erwerb des SRK-Zertifikats für Pflegehelferinnen und Pflegehelfer zum Ziel hat. Bundesrat Jans machte sich vor Ort ein Bild und erhielt Informationen über dieses Pionierprojekt bei der Integration von Geflüchteten.

In den vergangenen 16 Monaten wurden rund 100 Personen im Ausbildungszentrum Bellelay aufgenommen. Sie durchlaufen verschiedene Ausbildungsmodule bestehend aus intensiven Sprachkursen, Praktika in Institutionen, spezifisches Fachwissen, Fachwortschatz und Zertifikatskursen. Das Zentrum wurde auf Initiative von Pierre Alain Schnegg, Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektor (GSI) des Kantons Bern gegründet. Es wird zusammen mit dem Schweizerischen Roten Kreuz Kanton Bern (SRK) und dem Centre interrégional de perfectionnement (CIP, Tramelan) betrieben. Am 25. August 2025 konnten die ersten 16 Personen die SRK-Ausbildung für Pflegehelferinnen und -helfer beginnen. 

Schweizweit anerkanntes Zertifikat als Ziel

Pierre Alain Schnegg betonte an der Medienkonferenz in Bellelay: «Das Ausbildungsprogramm zeigt erste Erfolge, aktuell vor allem in Bezug auf den Spracherwerb. Wir sollten diesen Ansatz für alle arbeitsfähigen Personen aus dem Asylwesen weiterentwickeln. Die Integration von Geflüchteten kann dadurch viel rascher erfolgen.» Der Berner Wirtschaftsdirektor, Christoph Ammann, unterstrich am Anlass: «Dieses Projekt zeigt eindrücklich, dass Integrationspolitik immer direkt mit dem Arbeitsmarkt sowie mit Sozialpolitik zu tun hat.» Mit dem schweizweit anerkannten Zertifikat des Roten Kreuzes können weitere Ausbildungsschritte angegangen werden. Dazu Christine Häsler, Bildungsdirektorin des Kantons: «Gestützt auf den Artikel 32 in der Berufsbildungsverordnung können auch Erwachsene einen anerkannten Berufsabschluss nachholen und ein Fähigkeitszeugnis oder ein Berufsattest erlangen. Das SRK-Zertifikat ist der erste Schritt auf diesem Weg.» 

Bundesrat Beat Jans wünscht sich weitere Ausbildungsinitiativen in den Kantonen

Bundesrat Beat Jans zeigte sich von der Lernbereitschaft und dem hohen Engagement der Teilnehmenden beeindruckt. Im Pflegeheim Les Lovières in Tramelan, nahm er einen Augenschein in den Praktikumsalltag bei der Betreuung von Seniorinnen und Senioren. Anschliessend besuchte er das Internat in Bellelay, gefolgt von einem Austausch mit den Verantwortlichen des Zentrums und den anwesenden Regierungsmitgliedern des Kantons Bern. «Wie Sie wissen, ist mein Department gemeinsam mit den Kantonen daran, eine Asylstrategie zu entwickeln. Im ersten Schritt geht es darum, den Handlungsbedarf zu analysieren. Mit diesem Projekt des Kantons Bern, das gezielt auf das Prinzip «Integration von Anfang an» setzt, geht der Kanton Bern neue Wege. Das interessiert mich und deshalb wollte ich mehr über das Projekt erfahren», sagte der Bundesrat. Er betonte die Bedeutung von zielführenden Integrationsangeboten wie jenes von Bellelay. «Solche Projekte illustrieren im Kleinen etwas, von dem auch wir als Gesellschaft profitieren. Wir sind auf Zuwanderung, auf Arbeitskräfte angewiesen und dabei vor allem auf Fachkräfte. Deshalb ist Ausbildung so wichtig. Das ist eine Investition, die sich für beide Seiten auszahlt.»

Im Kanton Bern wurde Anfang August bereits ein weiteres Ausbildungszentrum in Ringgenberg bei Interlaken mit vorerst 16 Kursteilnehmenden eröffnet, das von Asyl Berner Oberland betreut wird. Das Zentrum wird ebenfalls internatsähnlich betrieben und ist ausgerichtet auf den Erwerb der deutschen Sprache mit der Möglichkeit, das schweizweit anerkannte Zertifikat als Pflegehelferin oder Pflegehelfer zu erlangen.

Ausbildungszentrum Bellelay

Das Ausbildungszentrum in Bellelay bietet eine klare Perspektive für asylsuchende Menschen, die in der Schweiz im Pflegebereich arbeiten möchten. Die Ausbildung kombiniert Sprachkurse mit praktischer Erfahrung und bereitet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezielt auf den Arbeitsmarkt im Gesundheitsbereich vor. Die Ausbildung verknüpft das Erlernen der französischen Sprache mit praktischer Erfahrung vor Ort. Der Kurs wird gemeinsam vom Centre interrégional de perfectionnement (CIP) und dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) Kanton Bern durchgeführt. Die Deutschkurse im Ausbildungszentrum Ringgenberg werden von Asyl Berner Oberland organisiert.

Der Weg zum SRK-Zertifikat dauert 20 Monate und ist in vier Hauptmodule gegliedert

1. intensiver Sprachkurs: Erreichen des Sprachniveaus A1

2. Integration in die Berufswelt: Übergang von der Stufe A1 zur Stufe A2 bei den Sprachkursen und Praktikumseinsätze. Die Teilnehmenden lernen den Alltag insbesondere im Pflegebereich kennen und sammeln erste Erfahrungen im Umgang mit Patientinnen und Patienten.

3. vertiefter Sprachkurs: Erreichen des Niveaus A2 - B1. Dieses Modul ist speziell auf den Gesundheitsbereich ausgerichtet und stärkt das Fachvokabular. Es werden erste berufliche Kenntnisse vermittelt.

4. Ausbildung zum Pflegehelfer/zur Pflegehelferin SRK: Dieses Modul ermöglicht es den Teilnehmenden, das offizielle Zertifikat des Schweizerischen Roten Kreuzes als Pflegehelferin/Pflegehelfer zu erhalten.

Dokumentation

  • Präsentation - Ausbildungszentrum Bellelay
  • Faktenblatt zum Ausbildungszentrum für Personen aus dem Asylbereich im Kanton Bern
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