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26. April 2022
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Medienmitteilung der Bau- und Verkehrsdirektion:«Flüsterbeläge» schützen mehr Menschen vor Strassenlärm

In den letzten 30 Jahren hat der Kanton Bern den Lärmschutz entlang der Kantonsstrassen deutlich verbessert. Vor allem mit Lärmschutzwänden und Schallschutzfenstern hat er die Lärmbelastung gezielt gesenkt. Weil die Bevölkerung und der Verkehr aber weiterhin wachsen, bleibt der Schutz vor Strassenlärm eine Daueraufgabe. Um noch mehr Menschen effizient zu schützen, setzt der Kanton Bern vor allem auf lärmmindernde Beläge.

Im Kanton Bern leiden rund 100'000 Bernerinnen und Berner entlang von Kantonsstrassen unter schädlichem oder lästigem Strassenlärm. Deshalb hat der Kanton Bern als einer der ersten Kantone schon vor 30 Jahren begonnen, entlang der Kantonsstrassen Schallschutzmassnahmen umzusetzen. Heute Dienstag, 26. April 2022, zogen die Verantwortlichen der Bau- und Verkehrsdirektion an einer Medienkonferenz eine Bilanz zu den bisherigen Massnahmen und zeigten die Herausforderungen der Zukunft auf.

22 Kilometer Lärmschutzwände, Investitionen von 203 Millionen Franken

In den letzten 30 Jahren hat der Kanton Bern über 200 Millionen Franken in den Lärmschutz investiert, um seine vom Gesetz vorgegebenen Lärmschutzpflichten zu erfüllen. Der Bund hat sich mit 72 Millionen Franken daran beteiligt. Im Kanton Bern braucht es auf rund 260 Kilometern des 2000 Kilometer langen Kantonsstrassennetzes Lärmschutzmassnahmen. 95 Prozent dieser Abschnitte wurden in den letzten Jahren saniert. Insgesamt wurden zu diesem Zweck rund 22 Kilometer Lärmschutzwände erstellt. Zudem finanzierte der Kanton Bern Schallschutzfenster. Lärmschutzwände sind aber in Städten und Dörfern nicht immer realisierbar, sei es wegen Sichtweiten bei Ausfahrten, wegen des Ortsbildschutzes oder wegen des schlechten Kosten-/Nutzenverhältnisses. 

Lärmschutz als Daueraufgabe

In den letzten Jahren hat der Kanton Bern den Lärmschutz entlang der Kantonsstrassen zwar massgeblich verbessert. «Lärmschutz ist aber auch 35 Jahre nach Inkrafttreten des Umweltschutzgesetzes eine Daueraufgabe», betonte Regierungsrat Christoph Neuhaus, Bau- und Verkehrsdirektor. Der Fortschritt geht jedoch durch die stetige Zunahme des Strassenverkehrs und der Tendenz zu immer grösseren Autos mit breiteren Reifen teilweise verloren, weil die Abrollgeräusche auch bei Elektro- und Hybridfahrzeugen laut sind. Zudem wird das Bevölkerungswachstum zu noch mehr Verkehr und damit auch zu mehr Lärm entlang von Strassen führen. Viele Strassen müssen deshalb zusätzlich lärmsaniert oder nachsaniert werden.

Lärmmindernde Beläge schützen mehr Menschen vor Strassenlärm

In den letzten Jahren sind auch im Kanton Bern Massnahmen wie lärmmindernde Beläge und Geschwindigkeitsreduktionen in den Vordergrund gerückt. Mit diesen zusätzlichen Massnahmen werden gleichzeitig auch Menschen ausserhalb des engeren Sanierungskorridors vom Lärm entlastet. Dieses Vorgehen entspricht auch der Strategie des Bundes und wird von ihm finanziell unterstützt. Seit 2020 setzt der Kanton prioritär auf «Flüsterbeläge». Diese haben eine sehr feine poröse Oberflächenstruktur und schlucken einen Teil des Abrollgeräusches. Sie bekämpfen den Lärm damit direkt an der Quelle. Bisher wurden bereits 70 Kilometer «Flüsterbeläge» auf Kantonsstrassen verbaut. Allerdings verlieren diese Beläge mit der Zeit teilweise ihre akustische Wirkung und bedingen einen sorgfältigen Unterhalt. Deshalb testet der Kanton verschiedene Massnahmen, um deren Lebensdauer zu verlängern. 

Strassenlärm gefährdet die Gesundheit

Strassenlärm hat einen grossen Einfluss auf das Wohlbefinden und damit auch auf die Gesundheit jedes Einzelnen. Lärm kann zu Stress, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten führen. Sind Menschen Lärm täglich ausgesetzt, führt der Dauerstress unter anderem zu Diabetes und kann auch Herz-Kreislauf-Beschwerden wie Herzinfarkte verursachen. Laut der SiRENE-Studie (www.sirene-studie.ch) werden schweizweit jährlich rund 500 vorzeitige Todesfälle indirekt auf Lärm zurückgeführt. Weiter kann ein hoher Lärmpegel die Lern- und Konzentrationsfähigkeit von Kindern einschränken. Viele Menschen flüchten vor dem Lärm in ländliche Gebiete und verstärken als Pendlerinnen und Pendler anschliessend die Lärmproblematik noch zusätzlich. Gerade auch deshalb ist es wichtig, in besiedelten Gebieten die Lärmbelastung durch Strassen möglichst tief zu halten und damit einen angemessenen Wohnkomfort zu gewährleisten. 

  • Referat Regierungsrat Christoph Neuhaus, Bau- und Verkehrsdirektor
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